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Das Gemeinschaftsleben

Klein-ORPLID gliedert sich in seinem Endzustand in drei Familien mit jeweils höchstens sieben bis acht Personen.
Die sog. „Wahlfamilien" führen einerseits ein eigenständiges Leben, bilden andererseits mit den anderen Familien zusammen eine Gemeinschaft, die zu den Mahlzeiten, zu Festen und zur gemeinsamen Arbeit und Freizeitgestaltung zusammenkommt.

Der Begriff „Familie" wird dabei nicht im traditionellen Sinne verstanden, sondern als „Versorgungsgemeinschaft" leiblicher, seelischer und geistiger Bedürfnisse. Die einzelne „Familie" ist eine Wahlgemeinschaft, die sich im besten Fall zu einer Wahlverwandtschaft entwickeln kann. Wichtig ist uns das Miteinander im täglichen Leben. Die Gemeinschaft bietet verschiedene Möglichkeiten, zueinander Vertrauen zu fassen:

Miteinander essen

Das Frühstück findet in der jeweiligen Familie im Haupt- und Nebengebäude statt.

Die Gemeinschaft aller Familien trifft sich beim Mittag- und Abendessen am "großen" Tisch und natürlich auch bei gemeinsamen Festen (jede Menge Geburtstage ...) im Speisesaal.

Miteinander sprechen

Anstehende Aufgaben und Vorhaben werden besprochen in der morgendlichen Runde. Über persönliche Sorgen und Nöte reden können braucht manchmal den entsprechenden Rahmen.
Wir versuchen dies deshalb an einem "geeigneten" Ort und mit den vertrauten Menschen.

Der wöchentliche "Hausabend" dient zum Einen der Organisation alltäglicher Aufgabenstellungen, zum Anderen dem entspannten Miteinander, auch dem kulturellem Austausch.
Durch das "Blitzlicht" ist jedem die Möglichkeit gegeben, allen zu erzählen, wie es einem gerade geht, oder auch während der Woche erging.

Miteinander arbeiten

Eine besondere Dynamik entsteht, wenn Aufgaben gemeinsam angegangen werden.
Viele Arbeiten in Haus und Garten gehen leichter von der Hand,
wenn sie gemeinsam erledigt werden.
Immer wieder können wir feststellen, wie uns das gemeinsame Arbeiten gut tut, Spannungen löst, ja sogar auch heilsam ist.
Da dieses Arbeiten immer der Gemeinschaft dient, finden wir hier Lebenssinn, vielleicht auch Erfüllung.


Warum lebe ich in Klein-ORPLID?
Antworten eines Teils der Bewohner

Johannes, 55 Jahre, Sonderschullehrer und Heilpädagoge,
der freundliche Mensch links auf dem Bild, "Hausvater" Nebengebäude:

"... weil mich andere Menschen ständig inspirieren."

 

Melinda, 42 Jahre, Waldorflehrerin, "Hausmutter" Nebengebäude:
(Wieso haben wir von ihr eigentlich noch kein Bild?
Vielleicht weil man sie bei all dem Tun einfach nicht lange genug vor die Linse bekommt.)
"... weil ich Gemeinschaft will."

Michael, 6 Jahre, Sohn von Johannes & Melinda, der in der Bildmitte :
"weil ich mich über meinen Vater freue."

Jan-Markus, 4 Jahre, Sohn von Johannes & Melinda, der linke von den Dreien:
"...weil der Vater und die Mutter immer da sind."

Brigitte, 68 Jahre, Heilpädagogin und Sozialtherapeutin, die erste von links:
"... weil ich als älterer Mensch nicht alleine sein möchte."

Ingeborg, 83 Jahre, die Dame in der Mitte, malte früher sehr gerne.
Sie wollte zum Einen nicht mehr im Altersheim leben und brauchte zum Anderen eine Wohnung, die nicht mit Emissionen belastet ist.
 

Hermann, Architekt, verstarben im Oktober 2003. Er setzte sich mit seiner ganzen Persönlichkeit für das Projekt ein. Er sagte einmal:
"... weil ich hier ein soziales Übungsfeld finde"

Heinz, 95 Jahre, links auf dem Bild zu erkennen, liebt die Malerei:

"... weil mich das Schicksal hierher bestellt hat durch meine Tochter,
die nach Südafrika ging..."

 

Hilde, 39 Jahre, geistig behindert: "... weil I bei meinem Buale lebe möcht'."

Simon, 5 Jahre, Sohn von Hilde: "... weil die Mama da ist."

Nadine, 22 Jahre, körperlich behindert: "... weil ich hierher wollte."

 

 

 

 


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